31.07.2018, Philipp Kranz

Wechsel in Teilzeit ohne Auswirkung auf bereits entstandene Urlaubsansprüche.

Arbeitsrecht

Der Fall ist ein durchaus alltäglicher: Ein Arbeitnehmer reduziert während des Kalenderjahres (z.B. zum 01.07.) seine Arbeitszeit. Er arbeitet künftig nicht mehr an 6 Tagen/Woche (Jahresurlaub: 24 Tage), sondern nur noch an drei Tagen/Woche (Jahresurlaub: 12 Tage).

Wie wirkt sich dies auf seinen Urlaubsanspruch aus? Schließlich bemisst sich letzterer (nach deutschem Recht) anhand der Arbeitstage pro Woche.

Bereits im Jahre 2015 hat das Bundesarbeitsgericht entschieden: Eine Kürzung in Vollzeit erworbener Urlaubsansprüche wegen des Wechsels in Teilzeit stellt eine Benachteiligung teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer dar und ist mithin unzulässig.

Dies bedeutet: Hat ein Arbeitnehmer einen Teil des Jahres in Vollzeit gearbeitet, steht ihm hierfür ein entsprechender anteiliger Urlaubsanspruch zu. In obigem Beispiel wären dies für die Zeit vor dem 01.07. insgesamt 12 Tage. Hinzu kommt ein reduzierter anteiliger Anspruch für die Dauer der Teilzeittätigkeit. Dies wären vorliegend weitere 6 Tage. Der Urlaubsanspruch für das Jahr beliefe sich mithin auf insgesamt 18 Tage.

Zu beachten ist weiter, dass sich das Urlaubsentgelt für die in Vollzeit erworbenen Urlaubstage (12, s.o.) anhand des Vollzeit-Gehalts errechnet. Dies gilt auch dann, wenn der Urlaub erst während der Teilzeitphase genommen wird.

Die Kanzlei Maurer-Kollegen in Mainz berät Sie gerne hinsichtlich sämtlicher Fragen des Urlaubsrechts sowie des Arbeitsrechts im Allgemeinen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.