08.04.2015, Philipp Kranz

Zahlungsverzug kommt Arbeitgeber noch teurer zu stehen

Arbeitsrecht

Zahlt der Arbeitgeber die geschuldete Vergütung nicht zum vereinbarten Zeitpunkt, gerät er in Verzug. Der Arbeitnehmer kann in diesem Falle seit jeher Verzugszinsen verlangen.

Seit Einführung des neuen § 288 Abs. 5 BGB im Jahre 2014 haben Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis nach dem 28.07.2014 begründet wurde, darüber hinaus noch einen Anspruch auf Zahlung einer Pauschale in Höhe von 40,00 €. Hintergrund der Neuregelung ist die Richtlinie der EU zur Bekämpfung von Zahlungsverzug. Schuldner – und somit auch Arbeitgeber - sollen zur rechtzeitigen Zahlung angehalten werden.

Die Forderung fällt im Zusammenhang mit jeder Form von Entgelt für erbrachte Arbeitsleistung an und betrifft somit nicht lediglich das Grundgehalt, sondern beispielsweise auch Zulagen oder vermögensbildende Leistungen. Zudem entsteht der Anspruch auf Zahlung der Pauschale für jeden Monat des Verzugs neu. Je nachdem, hinsichtlich wie vieler Entgeltbestandteile der Arbeitgeber sich in Zahlungsverzug befindet und wie viele Monate der Verzug andauert, kann die zu zahlende Pauschale daher sogar die eigentliche Hauptforderung übersteigen.

Rechtsanwalt Philipp Kranz von der Kanzlei Maurer-Kollegen in Mainz berät Sie gerne hinsichtlich sämtlicher Fragen des Arbeitsrechts. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.