19.01.2015, Philipp Kranz

Ungleiche Bezahlung auf Grund des Geschlechts kann teuer werden

Arbeitsrecht

Trotz gleicher Tätigkeit erhalten Frauen auch heute noch oftmals einen niedrigeren Arbeitslohn als Männer. Das hiermit einhergehende Risiko scheint vielen Arbeitgebern nicht hinreichend bewusst zu sein. So droht nicht nur eine Nachzahlung der Vergütungsdifferenz. Die betroffenen Arbeitnehmerinnen können darüber hinaus noch ein „Schmerzensgeld“ für die erlittene Diskriminierung verlangen.

Entsprechende Zahlungsansprüche hat das Landesarbeitsgericht Rheinland – Pfalz mit Urteil vom 14.08.2014 – 5 Sa 509/13 – bestätigt:

Im zugrundeliegenden Fall hatten die Klägerin und die übrigen Arbeitnehmerinnen des beklagten Unternehmens jahrelang trotz gleicher Tätigkeit einen erheblich niedrigeren Stundenlohn (8,72 €) erhalten als ihre Kollegen (9,86 €). Die niedrigere Entlohnung beruhte hierbei unstreitig allein auf dem Geschlecht.

Sowohl das Arbeitsgericht Koblenz, als auch das Landesarbeitsgericht erkannten hierin eine geschlechtsbezogene Entgeltdiskriminierung. Da diese auch nicht gerechtfertigt war, sprach das Gericht der Klägerin einen Anspruch auf Zahlung der Differenzvergütung in Höhe von 7.543,57 € zu. Zudem wurde die Beklagte zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von weiteren 6.000,00 € verurteilt, da das Gericht die Ungleichbehandlung als jahrelanges vorsätzliches und somit besonderes ahndenswürdiges Verhalten einstufte. Zu beachten ist auch, dass die gesetzliche Frist zur Geltendmachung des Entschädigungsanspruchs nach Auffassung der Gerichte erst mit Beseitigung der Benachteiligung begann und somit bei Klageerhebung noch nicht abgelaufen war.

Rechtsanwalt Philipp Kranz von der Kanzlei Maurer - Kollegen in Mainz berät Sie gerne hinsichtlich sämtlicher Fragen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) sowie des Arbeitsrechts im Allgemeinen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.