26.02.2015, Philipp Kranz

Was tun, wenn die Probezeit sich dem Ende zuneigt?

Arbeitsrecht

Welche Möglichkeiten hat der Arbeitgeber gegen Ende der Probezeit, wenn er sich bezüglich der Geeignetheit des Arbeitnehmers noch nicht sicher ist?

Diese Frage sollte sich der Arbeitgeber insbesondere dann stellen, wenn nach sechs Monaten das KSchG Anwendung findet. Ab diesem Zeitpunkt ist eine Kündigung nämlich nur noch unter recht strengen Voraussetzungen möglich.

Selbstverständlich besteht während der ersten sechs Monate des Bestehens des Arbeitsverhältnisses die Möglichkeit, dem Arbeitnehmer unter Einhaltung der Kündigungsfrist zu kündigen. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt während der Probezeit lediglich zwei Wochen, nach Ablauf der Probezeit vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Das KSchG ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht einschlägig.

Alternativ kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis allerdings auch während der ersten sechs Monate mit einer (erheblich) längeren Kündigungsfrist kündigen und dem Arbeitnehmer für den Fall der Bewährung verbindlich die Wiedereinstellung zusagen. Das KSchG ist auf diese Art und Weise noch nicht zu beachten. Andererseits erhält der Arbeitnehmer eine weitere Bewährungschance. Es wird somit den Interessen beider Parteien Rechnung getragen.

Allerdings ist bei einem solchen Vorgehen Vorsicht geboten. Wird die Kündigungsfrist zu lang gewählt, könnte der Verdacht einer Umgehung des KSchG entstehen. Die Kündigung könnte als „rechtsmissbräuchlich“ und daher unwirksam beurteilt werden.

Das LAG Mecklenburg–Vorpommern hat allerdings mit Urteil vom 24.06.2014 – Az. 5 Sa 222/13 – eine Kündigung gegen Ende der Probezeit mit einer Kündigungsfrist von vier Monaten jedenfalls noch als wirksam erachtet. Es handele sich nicht um eine unzulässig lang gewählte Kündigungsfrist.

Rechtsanwalt Philipp Kranz von der Kanzlei Maurer-Kollegen in Mainz berät Sie gerne hinsichtlich sämtlicher Fragen des Kündigungsrecht sowie des Arbeitsrechts im Allgemeinen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.