20.12.2016, Philipp Kranz

Mögliche Verjährung verhindern

Zivilrecht

Der juristische Laie setzt sich regelmäßig nur mit der Frage auseinander, ob ihm ein Anspruch – z.B. auf Begleichung einer Rechnung – zusteht. Die anschließende Frage der Durchsetzbarkeit eines solchen Anspruchs wird hingegen häufig vernachlässigt. Dies kann unangenehme Folgen haben. Warte ich beispielsweise zu lange mit der Geltendmachung meines Anspruchs, ist dieser unter Umständen bereits verjährt. Obwohl mir grundsätzlich ein Anspruch zusteht, kann ich diesen dann nicht mehr erfolgreich geltend machen.

Die Verjährung der meisten zivilrechtlichen Ansprüche richtet sich nach §§ 195, 199 BGB. Hiernach verjähren Ansprüche innerhalb von drei Jahren nach dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und ich Kenntnis von den anspruchsbegründenden Umständen sowie der Person des Schuldners erlangt habe oder ohne grobe Fahrlässigkeit hätte erlangen müssen.

Beispiel:
Ich habe im Juni 2013 einen Pkw verkauft. Der Käufer hat bislang nicht gezahlt. Da ich bereits im Juni 2013 Kenntnis vom Abschluss des Kaufvertrags sowie von der Person des Käufers erlangt habe, verjährt mein Anspruch auf Kaufpreiszahlung mit Ablauf des 31.12.2016.

Einige Ansprüche - z.B. Gewährleistungsansprüche bei Mängeln des neu gekauften Pkw - verjähren jedoch nach besonderen Vorschriften. Diese sehen zum Teil sogar kürzere Verjährungsfristen vor.

Um den Eintritt der Verjährung zu verhindern, müssen zuvor verjährungshemmende Maßnahmen (z.B. Beantragung eines Mahnbescheids oder Einreichung einer Klage) eingeleitet werden.

Um die einschlägigen Verjährungsfristen zu ermitteln sowie möglicherweise erforderliche Maßnahmen in die Wege zu leiten, sollte dringend anwaltlicher Rat eingeholt werden. Die Kanzlei Maurer-Kollegen in Mainz unterstützt Sie gerne. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.