11.10.2018, Philipp Kranz

Ausbildende aufgepasst

Arbeitsrecht

Besteht der Auszubildende vor Ablauf der Ausbildungszeit seine Abschlussprüfung, endet die Ausbildung bereits mit Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses. Gleichwohl kommt es immer wieder vor, dass Unternehmen den vermeintlichen Azubi noch bis zum Ablauf der Ausbildungszeit weiterbeschäftigen. Er kostet ja (fast) noch nichts.

Dies kann sich jedoch als Milchmädchenrechnung erweisen.

Beschäftige ich den Auszubildenden nach Beendigung der Ausbildung ohne ausdrückliche Vereinbarung weiter – und sei es nur für einen Tag –, führt dies zur Annahme eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses.

Voraussetzung hierfür ist zwar grundsätzlich, dass ich Kenntnis von der Beendigung der Ausbildung habe. Endet die Ausbildung nicht erst mit Ablauf der Ausbildungszeit, sondern bereits mit Bestehen der Abschlussprüfung, genügt jedoch bereits die Kenntnis vom Bestehen der Prüfung für die Begründung eines Arbeitsverhältnisses durch Weiterbeschäftigung. Entsprechendes hat das Bundesarbeitsgericht jüngst entschieden.

Ausbildende sollten mithin sorgfältigst prüfen, wann die Ausbildung tatsächlich endet. Soll keine Übernahme erfolgen, darf der Azubi nicht weiterbeschäftigt werden. Andernfalls besteht ein unbefristetes Arbeitsverhältnis (im Übrigen ohne Probezeit).

Die Kanzlei Maurer-Kollegen in Mainz berät Sie gerne hinsichtlich sämtlicher Fragen des BBiG sowie des Arbeitsrechts im Allgemeinen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

22.01.2018, Heike Engel-Veith

Neue Steuernummern - Rechnungen

Steuern, Buchhaltung

Zum Jahresende 2018 werden die Finanzämter Mainz-Mitte und Mainz-Süd zusammengelegt. Das Finanzamt Mainz wird künftig nur noch für den Stadtbereich zuständig, für die umliegenden Orte und Verbandsgemeinden werden andere Finanzämter zuständig sein.
Zu den Pflichtangaben auf den Rechnungen gehören unter anderem die Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder die betriebliche Steuernummer. Wer auf seinem Rechnungspapier die betriebliche Steuernummer angibt muss darauf achten, diese zu aktualisieren. Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer bleibt unverändert.

12.10.2017, Heike Engel-Veith

Vorteile für Personal und Geschäftspartner - nicht für's Finanzamt

Steuern, Buchhaltung

Bei der Vortragsveranstaltung des Fachkräfteforums Mainz in Kooperation mit dem BVMW "Meeting Mittelstand III 2017 - Personal gewinnen und binden" stellte Frau Heike Engel-Veith Möglichkeiten der Personalbindung unter steuerlichen Aspekten dar.

Die Präsentation ist keine abschließende Darstellung und ersetzt insbesondere keine individuelle steuerliche Beratung. Wir beraten Sie gerne zu diesem Themenkomplex.

Download Vorteile_f_r_Personal_und_Gesch_ftspartner_-_nicht_f__s_Finanzamt.pdf
17.08.2017, Heike Engel-Veith

Scheidungskosten sind keine außergewöhnliche Belastungen - neues Urteil

Steuern

Wie der BFH mit Urteil vom 15.08.2017 entschied zählen Scheidungskosten als Prozesskosten i.S. des § 33 Abs. 2 Satz 4 EStG. Sie sind durch § 33 Abs. 2 Satz 4 EStG vom Abzug als außergewöhnliche Belastungen ausgeschlossen. Denn ein Steuerpflichtiger erbringt die Aufwendungen für ein Scheidungsverfahren regelmäßig nicht zur Sicherung seiner Existenzgrundlage und seiner lebensnotwendigen Bedürfnisse.

29.06.2017, Heike Engel-Veith

Immobilien im Steuerrecht - Ein Überblick

Steuern

Die Immobilie im Steuerrecht ist ein komplexer Beratungsbereich. Im Rahmen einer Vortragsveranstaltung bei Senger Immobilien haben wir dieses Themengebiet dargestellt.
Das Handout hierzu finden Sie auf unserer Homepage - dieses dient jedoch nur als erster Anhaltspunkt und ersetzt keine individuelle Beratung.

Download Immobilie_im_Steuerrecht.pdf
17.10.2016, Katrin Kiefer

Umsatzsteuer: Rechnungsangaben

Steuern

Mit Urteil vom 22. Juli 2015 (Az. V R 23/14) hatte der BFH entschieden, das Merkmal „vollständige Anschrift“ in § 14
Abs. 4 Nr. 1 UStG sei nur erfüllt, wenn der leistende Unternehmer unter dieser Anschrift seine wirtschaftlichen Aktivitäten entfaltet. Die Rechnungsanforderungen sollen danach nach Auffassung des BFH dann nicht erfüllt sein, wenn lediglich ein Briefkastensitz mit postalischer Erreichbarkeit auf der Rechnung angegeben ist. In Abschnitt 14.5 Abs. 2 Satz 3 UStAE wird von der Finanzverwaltung die Auffassung vertreten, dass anstelle der vollständigen Anschrift die Angabe eines Postfaches oder einer Großkundenadresse des Leistungsempfängers ausreichend sind. Die Finanzverwaltung hat nun gegenüber der Bundessteuerberaterkammer bestätig, dass diese Erleichterung bestehen bleibt.

Die Auffassung des BFH im genannten Urteil habe sich nur auf die Angabe der vollständigen Anschrift des leistenden Steuer- und Wirtschaftsrecht Unternehmers bezogen. Eine Aussage zu den notwendigen Rechnungsangaben für den Leistungsempfänger wurde durch den BFH nicht getroffen.

Das BMF weist außerdem darauf hin, dass im Hinblick auf die erforderliche Angabe des vollständigen Namens und der vollständigen Anschrift des leistenden Unternehmers zwei Beschlüsse des BFH vom 6. April 2016 vorliegen (Az. V R 25/15
und XI R 20/14), mit denen der BFH ein Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH gestellt hat. Damit sollen die Anforderungen geklärt werden, die im Umsatzsteuerrecht an eine ordnungsgemäße Rechnung zu stellen sind, damit der Leistungsempfänger zum Steuerabzug berechtigt ist. Die Entscheidungen des EuGH bleiben insoweit abzuwarten.

14.10.2016, Heike Engel-Veith

ESt-Sondergabenabzug von Krankenversicherungsbeiträgen

Steuern

In einem aktuellen veröffentlichten Urteil hat der BFH entschieden, dass erstattete Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung mit den in dem demselben Veranlagungsjahr gezahlten Beiträgen zu verrechnen sind. Es kommt dabei nicht darauf an, ob und in welcher Höhe der Steuerpflichtige die erstatteten Beiträge im Jahr ihrer Zahlung steuerlich abziehen konnte (BFH, Urteil vom 06.07.2016 - XR6/14, veröffentlicht am 12.10.2016)

30.09.2016, Heike Engel-Veith

Vorsteueraufteilung bei gemischt genutzten Grundstücken (BFH)

Unternehmensrecht, Steuern, Buchhaltung

Bei der Herstellung eines gemischt genutzten Gebäudes kommt es für den Vorsteuerabzug auf die prozentualen Verwendungsverhältnisse des gesamten Gebäudes an. Bei der Herstellung eines solchen Gebäudes ermöglicht der objektbezogene Flächenschlüssel regelmäßig eine sachgerechte und "präzisere" Berechnung des Rechts auf Vorsteuerabzug als der gesamtumsatzbezogene oder objektbezogene Umsatzschlüssel (BFH, Urteil von 10.08.2016 - XI R 31/09, veröffentlicht am 28.09.2016)

22.07.2016, Heike Engel-Veith

Bundeskabinett beschließt Gesetz zum Schutz gegen Kassenmanipulationen

Steuern, Buchhaltung

Mit dem "Entwurf eines Gesetzes zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen" hat das Bundeskabinett am 13.07.2016 beschlossen, dass elektronische Registrierkassen künftig über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung verfügen müssen.
Künftig müssen nach dem Gesetzentwurf die sog. Grundaufzeichnungen einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet auf einem Speichermedium gesichert werden.

24.06.2016, Katrin Kiefer

Künstlersozialkasse-unerwartete Gefahr

Steuern, Buchhaltung

Wie man in jüngerer Vergangenheit immer wieder der Tagespresse oder auch Mitteilungen in Fachzeitschriften entnehmen konnte, rückt die Beitragspflicht an die Künstlersozialkasse immer mehr in den Mittelpunkt entsprechender Prüfungen.

Dem Grunde nach ist der Steuerpflichtige verpflichtet, bei Inanspruchnahme „künstlerischer“ oder publizistischen Tätigkeiten für den Dienstleister Beiträge an die Künstlersozialkasse abzuführen.

Zu solchen Leistungen zählen beispielsweise die Erstellung einer Homepage oder von Briefbögen, Fotos, Videos, Visitenkarten, Firmenbroschüren oder Werbefilme.

Sollten solche oder ähnliche Leistungen in Anspruch genommen wer-den, müsste jeweils bis zum 31.03. des Folgejahres eine Meldung er-stellt und bei der Kasse eingereicht werden.

Die Kanzlei Maurer-Kollegen ist gerne bereit, bei Bedarf die Beitragspflicht für Sie zu prüfen und ggfs. Anmeldungen zu erstellen. Für Rück-fragen hierzu steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung.

14.06.2016, Heike Engel-Veith

Abgeltung sämtlicher Aufwendungen durch die Entfernungspauschale

Steuern

Mit der Entfernungspauschale sind grundsätzlich sämtliche Aufwendungen des Arbeitnehmers für seine Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte abgegolten. Eine Differenzierung zwischen gewöhnlichen und außergewöhnlichen Aufwendungen ist nach dem Wortlaut des Einkommensteuergesetzes nicht vorgesehen.
Aus Billigkeitsgründen wird es von der Verwaltung ausnahmsweise jedoch nicht beanstandet, wenn Aufwendungen für die Beseitigung eines Unfallfallschadens bei einem Verkehrsunfall neben der Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend gemacht werden. Voraussetzung für diese Billigkeitsregelung ist, dass der Verkehrsunfall sich auf einer Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte erfolgte.
Eine Prüfung, ob ein solcher Billigkeitsgrund vorliegt ist im Einzelnen vorzunehmen.