02.10.2018, Philipp Kranz

Vorsicht bei Abrufarbeit!

Arbeitsrecht

Kann der genaue Bedarf an Arbeitskraft nicht eingeschätzt werden oder unterliegt das Geschäft starken saisonalen Schwankungen, werden Arbeitnehmer häufig „auf Abruf“ beschäftigt. Sie haben also einen unbefristeten Arbeitsvertrag, werden aber nur angefordert, wenn es tatsächlich etwas zu tun gibt.

Da der Arbeitnehmer in solchen Fällen keine oder nur wenig Planungssicherheit hat, bestimmt § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), dass eine Arbeitszeit von 10 Stunden wöchentlich als vereinbart gilt, wenn im Arbeitsvertrag – egal ob schriftlich oder mündlich – keine Regelungen zur Arbeitszeit getroffen wurden. Dies bedeutet, dass der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Beschäftigung von 10 Stunden wöchentlich und selbstverständlich auch auf Vergütung von 10 Stunden wöchentlich hat, selbst wenn er tatsächlich gar nicht angefordert wurde.

Diese Schutzvorschrift zu Gunsten der Arbeitnehmer soll im Zuge der anstehenden Veränderung des Befristungsrechts (Stichwort „Brückenteilzeit“) weiter verschärft werden. Künftig sollen nicht mehr nur 10 Stunden wöchentlich, sondern 20 Stunden wöchentlich als vereinbart gelten, wenn keine Regelungen bzgl. der Arbeitszeit getroffen wurden.

Arbeitgebern ist daher dringend anzuraten, bei Abschluss bedarfsorientierter Arbeitsverträge künftig noch mehr Vorsicht walten zu lassen.

Die Kanzlei Maurer-Kollegen in Mainz berät Sie gerne hinsichtlich sämtlicher Fragen des Befristungsrechts sowie des Arbeitsrechts im Allgemeinen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.