11.10.2018, Philipp Kranz

Ausbildende aufgepasst

Arbeitsrecht

Besteht der Auszubildende vor Ablauf der Ausbildungszeit seine Abschlussprüfung, endet die Ausbildung bereits mit Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses. Gleichwohl kommt es immer wieder vor, dass Unternehmen den vermeintlichen Azubi noch bis zum Ablauf der Ausbildungszeit weiterbeschäftigen. Er kostet ja (fast) noch nichts.

Dies kann sich jedoch als Milchmädchenrechnung erweisen.

Beschäftige ich den Auszubildenden nach Beendigung der Ausbildung ohne ausdrückliche Vereinbarung weiter – und sei es nur für einen Tag –, führt dies zur Annahme eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses.

Voraussetzung hierfür ist zwar grundsätzlich, dass ich Kenntnis von der Beendigung der Ausbildung habe. Endet die Ausbildung nicht erst mit Ablauf der Ausbildungszeit, sondern bereits mit Bestehen der Abschlussprüfung, genügt jedoch bereits die Kenntnis vom Bestehen der Prüfung für die Begründung eines Arbeitsverhältnisses durch Weiterbeschäftigung. Entsprechendes hat das Bundesarbeitsgericht jüngst entschieden.

Ausbildende sollten mithin sorgfältigst prüfen, wann die Ausbildung tatsächlich endet. Soll keine Übernahme erfolgen, darf der Azubi nicht weiterbeschäftigt werden. Andernfalls besteht ein unbefristetes Arbeitsverhältnis (im Übrigen ohne Probezeit).

Die Kanzlei Maurer-Kollegen in Mainz berät Sie gerne hinsichtlich sämtlicher Fragen des BBiG sowie des Arbeitsrechts im Allgemeinen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.