24.02.2014, Joachim Zillien

Zugewinn

Familienrecht

Wenn Ehegatten keinen Ehevertrag geschlossen haben, gilt für sie der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Die Zugewinngemeinschaft will sicherstellen, dass der in der Ehe gemeinsam erwirtschaftete Vermögenszuwachs hälftig und damit gerecht ausgeglichen wird.

Es muss für jeden Ehegatten getrennt und gesondert festgestellt werden, über welche Vermögenswerte er am Tag der Eheschließung verfügte, am Tag der Trennung sowie am Tag der Zustellung der Scheidungsantragsschrift.

Übersteigt das Vermögen am Tag der Zustellung der Scheidungsantragsschrift (Endvermögen) das Vermögen, das am Tag der Eheschließung (Anfangsvermögen) vorhanden war, so ist ein Zugewinn erzielt worden.

Derjenige, der einen höheren Zugewinn erzielt hat, muss die Hälfte in bar, fällig am Tag der Rechtskraft der Ehescheidung ausgleichen.

Dem Anfangsvermögen sind Schenkungen, Erbschaften oder aber Zuwendungen im Wege der vorweggenommenen Erfolge hinzuzuschlagen, vgl. § 1374 Abs. 2 BGB.

Die Aufstellung der jeweiligen Vermögenssituationen erfordert größte Sorgfalt und ist oft mit Beweisschwierigkeiten verbunden.