05.02.2015, Philipp Kranz

Wer Schwerbehinderteneigenschaft nicht mitteilt, kann sich nicht auf Benachteiligung im Bewerbungsverfahren berufen.

Arbeitsrecht

Öffentliche Arbeitgeber haben schwerbehinderte Bewerber gem. § 82 Satz 2 SGB IX zu einem Bewerbungsgespräch einzuladen, sofern die fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt. Verstößt der öffentliche Arbeitgeber gegen diese Verpflichtung, liegt eine unmittelbare Benachteiligung des Bewerbers im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) vor. Hieraus kann ein Entschädigungsanspruch des Bewerbers resultieren.

Voraussetzung für einen solchen Anspruch ist jedoch, dass der Bewerber bereits in seinem Bewerbungsschreiben ausdrücklich auf seine Schwerbehinderung hingewiesen hat. Fügt er seiner Bewerbung lediglich eine Kopie seines Schwerbehindertenausweises bei, kann eine Kenntnis des Arbeitgebers nicht vermutet werden. Es fehlt am erforderlichen Zusammenhang zwischen Schwerbehinderung und Ablehnung. Will ein Bewerber seine Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch bei der Behandlung seiner Bewerbung berücksichtigt wissen, so hat er den Arbeitgeber über seine Schwerbehinderteneigenschaft regelmäßig im Bewerbungsschreiben selbst unter Angabe des GdB, ggf. einer Gleichstellung zu informieren (BAG, Urteil v. 18.09.2014, 8 AZR 759/13).

Rechtsanwalt Philipp Kranz von der Kanzlei Maurer-Kollegen in Mainz berät Sie gerne hinsichtlich sämtlicher Fragen des AGG sowie des Arbeitsrechts im Allgemeinen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.