22.09.2015, Philipp Kranz

Kürzung des Urlaubs bei Elternzeit

Arbeitsrecht

Arbeitgeber können den Erholungsurlaub ihrer Mitarbeiter für jeden vollen Monat der Elternzeit um 1/12 kürzen. Dies ergibt sich aus § 17 Abs. 1 BEEG.

Hierbei handelt es sich allerdings um ein sog. „Gestaltungsrecht“, welches aktiv ausgeübt werden muss. Der Urlaub wird gerade nicht automatisch gekürzt. Der Arbeitgeber muss also ausdrücklich erklären, dass er den Urlaub um eine bestimmte Anzahl an Tagen kürzt.

Versäumt der Arbeitgeber die ausdrückliche Kürzung des Urlaubs, besteht dieser in vollem Umfang fort. Endet das Arbeitsverhältnis, ist der Urlaub sodann auch in vollem Umfang – bzw. soweit er noch nicht gewährt wurde – abzugelten. Eine Kürzung wegen Elternzeit nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist nicht mehr möglich. Entsprechendes hat das Bundesarbeitsgericht jüngst entschieden und den Arbeitgeber zur Abgeltung des ungekürzten Erholungsurlaubs verurteilt. Der Arbeitgeber hatte die ausdrückliche Kürzung des Urlaubs erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erklärt.

Rechtsanwalt Philipp Kranz von der Kanzlei Maurer-Kollegen in Mainz berät Sie gerne hinsichtlich sämtlicher Fragen der Elternzeit sowie des Arbeitsrechts im Allgemeinen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.