21.02.2014, Joachim Zillien

Ehescheidung

Familienrecht

Obwohl am 01.09.2009 ein neues Scheidungsrecht in Kraft getreten ist, haben sich die wesentlichen Grundsätze nicht verändert.

Ein Scheidungsantrag ist erst dann zulässig, wenn die Eheleute ein Jahr voneinander getrennt leben.

Ist einer der Ehegatten ausgezogen, ist die Feststellung des Trennungszeitpunktes unproblematisch.

Problematisch ist die Feststellung des Trennungszeitpunktes dann, wenn die Ehegatten noch keine räumliche Trennung vollzogen haben und noch unter einem Dach leben.

Ein familienrechtliches Getrenntleben findet dann statt, wenn es keinerlei Gemeinsamkeiten zwischen den Eheleuten mehr gibt. Hierzu gehören nicht nur die Aufhebung der Geschlechtsgemeinschaft, sondern auch die Aufhebung jedweder gemeinsamer Versorgung.

Ein solches Getrenntleben kann nur dann angenommen werden, wenn jeder in seinem eigenen Lebenskreis wirtschaftet, insbesondere es keine gemeinsamen Einkäufe mehr gibt, Versorgungsleistungen wie etwa das Waschen von Wäsche und Putzen, für den anderen nicht mehr erbracht werden und auch keine gemeinsame Nahrungsaufnahme mehr stattfindet.

Die Frage, ob im Einzelfall, eine Trennung vorliegt, muss individuell geklärt werden.

Ist der Scheidungsantrag zugestellt, endet insbesondere die Teilhabe an den Versorgungsanrechten.

Weiter ist der Tag der Zustellung der Scheidungsantragsschrift der Stichtag, der für die Feststellung des Endvermögens in einer Zugewinngemeinschaft relevant ist.

Auch hier empfiehlt es sich, den Zeitpunkt des Scheidungsantrages sorgfältig zu wählen.