27.03.2015, Philipp Kranz

Befristung eines Arbeitsverhältnisses – Der Fall Heinz Müller

Arbeitsrecht

Das jüngste Urteil des Arbeitsgerichts Mainz in der Sache des 1.FSV Mainz 05 gegen seinen (ehemaligen) Torhüter Heinz Müller hat für Aufmerksamkeit gesorgt und ein altbekanntes Thema wieder einmal in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt: Die Wirksamkeit der Befristung von Arbeitsverhältnissen.

Hierbei ist zu differenzieren:

Liegt ein anerkannter Sachgrund im Sinne des § 14 Abs. 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) vor, ist eine Befristung auch für einen längeren Zeitraum möglich. Als Sachgrund kommen beispielsweise Krankheits- oder Elternzeitvertretung, zeitlich befristete Projekte oder eine Erprobung des Arbeitnehmers in Betracht. Darüber hinaus kann auch die Eigenart der Arbeitsleistung eine Befristung rechtfertigen. Allerdings ist zu beachten, dass zahlreiche aufeinander folgende Befristungen über einen insgesamt sehr langen Zeitraum selbst bei Vorliegen von Sachgründen als rechtsmissbräuchlich und somit unwirksam erachtet werden können.

Fehlt es an einem Sachgrund, ist eine Befristung maximal bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig. Eine Verlängerung ist maximal dreimal möglich, solange insgesamt ein Zeitraum von zwei Jahren nicht überschritten wird. Darüber hinaus darf der Arbeitnehmer innerhalb der letzten drei Jahre vor Abschluss des Arbeitsvertrags nicht bereits bei dem Arbeitgeber beschäftigt gewesen sein.

Ist die Befristung unwirksam, gilt das Arbeitsverhältnis als unbefristet. Dies hat zur Folge, dass eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr durch Zeitablauf eintritt, sondern nur noch durch Kündigung – unter Umständen allerdings unter Beachtung der strengen Vorgaben des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) – herbeigeführt werden kann.

Möchte ein Arbeitnehmer die Unwirksamkeit der Befristung seines Arbeitsverhältnisses geltend machen, muss er innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Ende des befristeten Arbeitsverhältnisses Feststellungsklage zum Arbeitsgericht erheben. Diese Frist ist zwingend einzuhalten.

Das Arbeitsgericht Mainz hat der Klage des Herrn Müller im Übrigen stattgegeben und die Unwirksamkeit der Befristung des Spielervertrags festgestellt. Herr Müller gilt somit aktuell noch immer als Angestellter des 1.FSV Mainz 05. Ob dieses Urteil Bestand haben wird, bleibt allerdings abzuwarten. Der Verein dürfte Berufung einlegen.

Rechtsanwalt Philipp Kranz von der Kanzlei Maurer-Kollegen in Mainz berät Sie gerne hinsichtlich sämtlicher Fragen der Befristung von Arbeitsverhältnissen sowie des Arbeitsrechts im Allgemeinen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.