20.08.2014, Philipp Kranz

Abmahnung auch bei krankheitsbedingter Kündigung notwendig

Arbeitsrecht

Bei Ausspruch einer krankheitsbedingten Kündigung kann eine Abmahnung geboten sein, wenn die Erkrankung durch ein steuerbares Verhalten beseitigt werden kann.

So entschied das Landesarbeitsgericht Hessen mit Urteil vom 18.03.2014 (Az. 13 Sa 1207/13) im Fall der Kündigung einer psychisch erkrankten Arbeitnehmerin darauf, dass eine ausgesprochene krankheitsbedingte Kündigung unwirksam ist. Zuvor hatte die Arbeitnehmerin eine medikamentöse Therapie eigenmächtig abgebrochen und war in der Folgezeit in die Arbeitsabläufe der Arbeitgeberin nicht mehr zu integrieren.

Das Landesarbeitsgericht hat die erstinstanzliche Entscheidung hinsichtlich der Unwirksamkeit der Kündigung bestätigt und darauf verwiesen, dass immer dann eine Abmahnung auch bei krankheitsbedingter Kündigung geboten sei, wenn bei Abwägung aller Umstände des Einzelfalls dem Arbeitgeber zuzumuten wäre, den Arbeitnehmer noch einmal abzumahnen.

Dies gelte insbesondere in den Fällen, in denen das Leistungshindernis des Arbeitnehmers gerade durch ein steuerbares Verhalten beseitigt werden könne, vorliegend also die Wiederaufnahme der medikamentösen Therapie.

Bei der Beendigung von Arbeitsverhältnissen – gleich aus welchen Gründen – existieren eine Reihe von Fallstricken. Es ist deshalb dringend notwendig, eine Kündigung ordnungsgemäß vorzubereiten bzw. eine ausgesprochene Kündigung auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.

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